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Zeremonie

Ob in der Familie, mit Freunden oder Arbeitskollegen – unser Leben enthällt viele Zeremonien.
Ein kleines Gedicht soll helfen, uns unserem Alltag bewußter zu nähern, ihn anders
wahr-zu-nehmen.
Mir ist klar geworden, wie wichtig diese Zeremonien sind.


Zeremonie
Pflock in der Zeit –
Verlässlicher Punkt –
Gemeinsames Handeln
und Treffen zur Stund‘.

Austausch von Leben –
Gewissheit im SEIN –
Bestätigung wieder,
lebendiger Rain -.

Vertrauen in’s Heute
und Zuversicht.
Menschliche Herzen
und etwas Pflicht.

V.Dommer 18.08.2021

there will be time

Es kommt die Zeit –
da ist das Lachen in der Welt –
und Krieg ist Krieg gewesen!

Es kommt die Zeit,
da ist der Mensch ein Mensch –
all‘ überall‘ –
und nicht der Feind gewesen.

Es kommt die Zeit,
da ist der Nachbar – Freund,

und jung und alt – sind ein’s,
weil alt, einst jung,
genau wie du –
einst alt sein wirst,
in einer Zeit –
da Lachen hell erklingt
und jeden anspricht,
der da weint –

sind wir doch MENSCHEN
in der Zeit.

Juli 2018
Veronika Dommer

Eilig voran

In Eile
kommen wir voran
ja!, – wohl getan.

Nur schemenhaft,
was wir grad sah’n,
das Leben muss stets
vorwärts geh’n -!

Doch!? – ,
hast du diesen Mensch
geseh’n?
Er schafft es nicht mehr
ganz so schnell,
die Kraft ist weg –
und weil er nicht mehr folgen kann,
– siehst du ihn dann
als Mensch noch an?

Beschwert er dich –
im Vorwärtseilen –
willst du ihn dann
noch länger weilen?

Das Ende hat Geduld.
Es eilt nicht hin
und eilt nicht her –
ist einfach da…

Veronika Dommer Mai 2019

KREUZUNG

Wenn das Leben voll wird,
ist Tiefe verkehrt –
oder
verzehrt die Zeit – für?
weitere „action“

Die Not steht bereit.
Es fällt, wer nicht mit kann,
es fällt, wer nicht sieht, –
dass:
Oberfläche –
im Trend ist und lange schon liegt.

Wer fällt kann aufsteh’n,
und was er dann macht,
ist Kreuzung im Leben –
nicht einfach vollbracht!

Dommer Februar 2019

Wie wollen wir leben?

Einst saß ich an einem umringten Platz, und sah eine sehr alte Frau gehen. Sie war gebeugt, abgemagert, hatte dünne Beinchen in großen Schuhen. Die alte zog eine kleine Einkaufstasche hinter sich her. Die Tasche schien noch leer zu sein.
Die alte Frau ging sehr langsam und mir schien, ihre Kraft würde später für eine gefüllte Einkaufstasche nicht reichen.
Ich war Gast an diesem Ort, kannte mich nicht aus. Jetzt stelle ich mir die Frage, ob ich diese Frau auch so hätte ziehen lassen, wenn ich an diesem Ort gewohnt hätte?
Wenn ich sie gekannt hätte – gewiß nicht, aber als unbekannte, wahrscheinlich doch.
Diese Begegnung liegt schon mehrere Jahre zurück. Aber die alte Frau, ist tief in meine Seele gelaufen
Und Trauer überkommt mich. Pflegenotstand, Umgang mit Menschen. Muss denn wirklich alles mit Geld aufgerechnet werden. Können wir Menschen nicht anders miteinander umgehen!

Ja, wir können! Wir können anders miteinander umgehen. Wohlwollend, helfend, freundlich, lachend, …
Aber die Frage ist, ob wir es wollen!

Wann beginnt
ABSCHIED
vom
LEBEN
mit all‘ seinem
STREBEN
und allem
SEIN
mit all‘ seiner
FREUDE
und
HOFFNUNG
darauf –
ein
MENSCH
unter
MENSCHEN
zu sein.

Wann bröckeln
die ersten KRÜMEL
und fragen nach deinem SINN.

ES darf, soll und wird menschlich sein!